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  • Stefanie Klever

Warum Finnland Wein anbaut

Aktualisiert: 1. März 2019

... und warum eigentlich nicht?!


Finnland.

Woran denken Sie, wenn Ihnen Finnland in den Sinn kommt?


Schnee? Eis? Kälte?! Stimmt! Heavy Metal, Innovationen und Sauna? Stimmt auch!



Damit wir nun nicht noch mehr Klischees überreizen, verrate ich Ihnen, dass vieles was Ihnen da eben in den Sinn kam, auch mir zuerst einfiel als ich über Finnland nachdachte. Weinbau wäre auch nicht unbedingt meine erste Assoziation mit "Finnland" gewesen.

Wen wundert´s?! Zu kalt, zu wenig Sonne - kann das funktionieren?



Finnland gehört zu den nordischen Ländern. Es liegt ungefähr bei 61° Nord. Glauben Sie mir, dort ist es kalt! Vor einigen Jahren hatte ich das Bedürfnis, tiefer einzutauchen in die nordischen Gegebenheiten. Ich liebe Skandinavien, war oft dort, und schaffte es irgendwann bis auf 65° Nord. Ein großartiges Ereignis, wenn man mal davon absieht, dass der Polarkreis bloß einen Grad (!) nördlicher liegt, und ich den Mietwagen hätte einfach etwas weiter Richtung Norden steuern müssen, um den Polarkreis zu überqueren..... naja... Sollten Sie also jemals den Drang verspüren, mich in den hohen Norden gen Arktis zu schicken, zögen Sie nicht, rufen Sie mich an!

Die finnische Seele verlangt gern ab und an mal nach einem Schlückchen Alkohol. Da geht es uns in Deutschland nicht anders. Der finnische Alkoholkonsum ist deutlich niedriger als sein legendärer Ruf! Dennoch entzückte mich eine Nachricht über ein Versuchsweingut an der Westküste Finnlands doch sehr. Was planen die dort? Und vor allem: was soll das?! Ist dies bloß ein weiterer Schritt finnischen Tatendrangs, als Essenz aus Ideenreichtum, Langeweile und nordischem Innovationsgeist? Während wir in anderen Belangen oft lange über unsere Ideen grübeln, das Für und Wider abwegen, basisdemokratisch beraten und nach zehn Jahren einen Versuch starten, probiert der Finne es einfach mal aus! Dieses "Phänomen" (von dem ich behaupte, dass es uns leicht abhanden gekommen ist), habe ich übrigens auch oft in anderen Ländern miterleben dürfen. Chapeau!

Natürlich zeigt der Finne im Allgemeinen ein hohes Potenzial an Kreativität. Die logische Konsequenz daraus durften Sie vor einigen Jahren am Kernkraftwerk Olkiluoto in der Nähe der Stadt Rauma finden. Auf 0,1 Hektar produzierte der Kraftwerks- betreiber mit Hilfe des Kernkraftwerk Kühlwassers Wein.

Wein! Tatsächlich! Wein!

Durch lange Plastikrohre floß das heiße Kühlwasser des Kernkraftwerks gezielt in den Boden, unter die Versuchsreben, und hielt damit den Boden frostfrei. Genial geschickt, diese Finnen! Das nördlichste Weingut der Welt produzierte somit tatsächlich in (zugegeben äußerst limitierter Stückzahl) ihren eigenen Wein.

Zilga heißt die "Wunder-Rebsorte", die sich selbst in kalt-gemäßigten Klimazonen als äußerst robust und frostfrei zeigte. Rotweine dieser Sorte finden Sie in unseren Breiten eher selten. Die purpurfarbenen Zilga Rotweine gelten als rar und werden vermehrt in Osteuropa und in Russland angebaut. Überall dort, wo es richtig kalt ist! Recherchen in Finnland ergaben nun, dass Olkiluoto leider bloß einen einzigen Jahrgang seiner Weines produzierte. Mit einer Auflage von 10.000 Flaschen des Jahrgangs 2015 gingen Sie damit aber in die Geschichte ein, oder zumindest....in das Kuriositäten Ressort meines Weinblogs!


Wilde Gerüchte um den Verbleib dieser 10.000 Weinflaschen machen seitdem die Runde. Wurden die Flaschen wirklich an die Familien der Kernkraftwerks Mitarbeiter übergeben? Gar als Weihnachtsgeschenk? Auftreiben konnte ich leider keine dieser Flaschen. "Alle ausgetrunken" war die Antwort aus Finnland dazu. Wer will es Ihnen verdenken?! Würden wir es anders machen?! Wohl kaum. Dieses herrlich verrückte Beispiel eines ungewöhnlichen Versuchs aus Finnland zeigt, was möglich ist, wenn wir einfach mal loslegen und an unsere Ziele glauben!


In diesem Sinne,

Kippis!


Stefanie Klever                                                                                      April 2018